Gute Raumluft mit Sensoren

Lüftungssensoren helfen, die Raumluft automatisch zu verbessern. (Bilder: Elsner Elektronik)

Dass gute Luft die Lebensqualität verbessert gilt als Binsenweist. Sie erhöht beispielsweise die Leistungsfähigkeit und hilft gegen Müdigkeit. Doch was zeichnet gute Raumluft aus?

Menschen brauchen als wichtigste Substanz in der Luft den Sauerstoff. Während der Atmung wird dieser vereinfacht gesagt umgewandelt in Kohlendioxid (CO2). Ist der Sauerstoff im Raum verbraucht, wird das Blut unterversorgt und der Mensch wird müde und verliert an Konzentrationsfähigkeit. Es muss gelüftet werden.

Eine zweite Stoffgruppe, die in der Raumluft enthalten ist, sind Mischgase (VOC Volatile Organic Compounds). Sie umfasst beispielsweise schädliche Gase wie sie in lösemittelhaltigen Farben und Klebstoffen vorkommen oder auch in Baustoffen und Reinigungsmittel enthalten sind. Auch viele Gerüche, die von Mensch und Tier stammen, werden als störend empfunden.

Für öffentliche Einrichtungen und Firmen ist eine hohe Konzentration „schlechter Luft“ besonders unerwünscht und deshalb gibt es beispielsweise an Arbeitsplätzen Richtlinien für die CO2-Konzentration, die eingehalten werden müssen (DIN 1946).

Gute Luft im Smart Home

In modernen Wohnungen und im Smart Home lässt sich der Luftaustausch automatisch regeln. Sensoren können die aktuelle Konzentration von CO2 oder VOC messen. Idealerweise sollten sie in jedem länger genutzten Raum (Wohnzimmer, Küche, Schlafzimmer, Büro…) in Kopfhöhe angebracht sein. Auch sollte der Sensor nicht im Luftzug hängen, zum Beispiel nicht an der Tür zum Flur, da dort die Werte verfälscht und meist besser sind. Sinnvollerweise erfolgt die Messung direkt dort, wo man sich aufhält, zum Beispiel in der Couch-Ecke.  

Ein intelligenter Sensor, beispielsweise für das KNX-System, steuert auch gleich die Lüftung. Das kann eine sogenannte natürliche Lüftung über Fenster sein, die motorisch geöffnet und geschlossen werden. Oder eine Lüftungsanlage, die die Be- und Entlüftung übernimmt. Technisch gesehen kommt hier eine PI-Regelung zum Einsatz, die ständig ermittelt, wie viel nachgeregelt werden muss (Frischluft-Zufuhr), um den Zielzustand (Sollwert) zu erreichen.

Kombigeräte messen und steuern die Luftqualität über Tasten oder vollautomatisch.

Lüften schafft positives Klima

Die Lüftung spielt zudem eine wichtige Rolle bei der Klimatisierung von Innenräumen, da Außenluft meist kühler und trockener ist als die Luft in einem von Menschen genutzten Raum. Auch bei zu hoher Temperatur und Luftfeuchtigkeit ist daher Lüften angesagt. Eine Lüftungssperre greift für die wenigen Fälle, bei denen das nicht zutrifft, vor allem bei zu warmer Zuluft im Sommer und zu kalter Zuluft im Winter. Zu kalte Zuluft kann zum Beispiel Schäden an Zimmerpflanzen verursachen oder zu Kondensation an Bauteilen führen. Der Taupunkt gibt im letzteren Fall Auskunft, wann es kritisch wird.

Im Sommer wird gerne die Nachtrückkühlung angewendet, bei der das Gebäude alleine durch nächtliches Lüften über Fenster, Dachluken und Zuluftklappen stark herunter gekühlt wird. Die kühlen Wände wirken dann noch lange in den Tag hinein als passive Bauteile und reduzieren den Energiebedarf für die Klimatisierung.

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